9. Theodor Beza - Nachfolger Calvins

Nach dem Tode Calvins wird Theodor Beza zum Nachfolger Calvins als Moderator der Genfer Pastoren gewählt. Beza ist 1519 in Burgund geboren und wendet sich schon in seiner Jugend dem evangelischen Glauben zu, zunächst aber noch etwas halbherzig. Erst nach einer schweren Krankheit wendet er sich ganz der Reformation zu und wird, von Hause aus Jurist, für zehn Jahre Professor für Griechisch an der Akademie von Lausanne. 1558 kommt Beza nach Genf und wird dort 1559 Rektor der dortigen Akademie.
Schon in den ersten Jahren seiner Genfer Zeit wirkt Beza als theologischer Berater der französischen Kirche und als Gesprächspartner der politischen Führer der Hugenotten im Zusammenhang der Religionskriege. Nach 1564 hält Beza weiter engen Kontakt zu den französischen Kirchen, wird sogar einmal zum Vorsitzender der Synode von La Rochelle gewählt und muss letztlich mitansehen, dass viele aus Frankreich vertrieben werden.

BezeImmer wieder wurde Beza vor allem als Schüler Calvins angesehen. Das ist richtig, aber darin erschöpft sich seine Leistung nicht. Anders als Calvin ist er stark in der aristotelischen Philosophie beheimatet und versucht deshalb, einzelne Lehrstücke (besonders die Prädestinationslehre und das Abendmahlsverständnis) damit zu systematisieren. Darin ist er einer der Wegbereiter der späteren Orthodoxie geworden.
Eine andere Charakteristik ist seine Arbeit am Neuen Testament und in der Bibelwissenschaft. Seine Ausgabe des Neuen Testaments, bei der er zahlreiche Handschriften neu entdeckt und ausgewertet hat, ist bis 1965 mehr als einhundertfünfzig Mal neu gedruckt worden.
Im Alter von 86 Jahren verstirbt Theodor Beza am 13. Oktober 1605.